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15. Mai 2005
Endlich Saisoneröffnung auf der Parkbahn.
Während sich in
Berlin-Kreuzberg mehr als 1 Mio Menschen zum traditionellen Umzug des
Karneval der Kulturen treffen um sich bei heißen Samba-Rytmen
und Caipirinhias warmzutanzen, mache ich mich mit Freunden auf den
Weg zur Rennbahn. Obwohl es den ganzen Vorabend wie aus Eimern
geschüttet hatte und auch vormittags nicht grade nach einer
Verbesserung aussah, meine Laune dadurch auf ein Minimum reduziert
wurde und heute eher Friesennerz als frühlingshaftes Outfit
angesagt war, alles egal – es war Saisonanfang!
Endlich wieder
Rennbahn. Scheinbar ging es vielen so, da erstaunlich viele Menschen
vor Ort waren und sich trotz der dunklen Wolken über Brandenburg
und das doch eher durchwachsene Wetter von einem Besuch der Bahn
nicht abhalten ließen. Es sollen letztendlich doch rund 4.100
Besucher gezählt worden sein.
Der Bodenwert wurde von
3,9 auf 4,3 noch nachgebessert, es gab wenig Nichtstarter und gut
gefüllte Felder versprachen einen spannenden Nachmittag. Auch
der Wettergott lies Gnade walten und stellte schließlich den
Regen ein.
Das erste Rennen der
Saison 2005 - über 1400m ging s für 8 Pferde der Kategorie
4jährige und ältere Sieglose.
Der erste Gang zum
Führring, mein Gott, wie hatte einem das gefehlt.
Elraco hatte sich
rausgemacht. Omtalus, tolle Erscheinung trotz leichten Senkrückens,
Ipaligo ein Dunkelfuchs, Atlantic Girl gefiel mir, erinnerte mich an
die Mutter, welche hier vor Ort einst groß gewann. Hasty Hannah
eine große langbeinige Fuchsstute - nicht uninteresannt. Miss
Waky eine großrahmige dunkle Stute mit hoher Schulter und
gradem Rücken die ihr spätes Debüt gab. Gefiel mir
zwar als Pferd nicht, aber von den Arbeitsleistungen hörte man
Gutes.
Und schon gingen sie
wieder los, die Fachsimpeleien am Führring. Endlich wieder.
Freunde und Bekannte wurden begrüßt als würden
Jahrzehnte zwischen dem letzten Saisonende liegen.
Fast Start-Ziel gewann
Jiri Palik mit Omtalus vor Hasty Hannah, Miss Waky und Summer Island,
welche derzeit auf dem Markt ist. In der langen Hoppegartener Geraden
lieferten sich Omtalus und Hasty Hannah einen packenden Kampf, Miss
Waky, welche schon geschlagen aussah, zog abermals toll an und
erreichte noch einen guten 3.Platz.
2.Rennen, 2tes mal
Führring. Alle paar Meter traf ich auf bekannte Gesichter,
welches meist in kleinere Gespräche ausartete und was so alles
seit dem letzten Renntag passiert wäre oder auch nicht.
Warum der Tribünenumbau
nicht vorankam, Guderts Rücktritt, die Pläne für
kommende Jahre mit über 20 Renntagsveranstaltungen, wie es wohl
weitergehen sollte, wer mit wem und warum, Rennsport in allen
Lebenslagen also.
Derweil drehten 10
3jährige ihre Runden.
Ahab aus dem
Giedquartier ganz relaxt, ein großrahmiges schönes Pferd.
Lucilectric, zwar ebenfalls Schimmel wie der gute Bruder Little Al,
welcher 2 Tage vorher in Bremen im Agl.II einen 4 Platz errang, aber
im Gegensatz zum Bruder eher das elegante Stutenmodell. Garden Route,
ganz relaxt eine schöne rennfertige Stute, welcher viele
Vorschußlorbeeren entgegen gebracht wurden. Der Boden heute
sollte der Monsuntochter entgegenkommen.
Heath, ein heller
bunter Fuchs mit 4 weißen Beinen aus dem Kujat-Quartier.
Reichlich aufgedreht und nervig. Genau wie Cantano. White Lightning,
welcher über den Winter mehr Pferd geworden war, jedoch meiner
Meinung nach noch zuviel Bauch mit sich herumtrug. Auengeist gefiel,
Koxala war hier die Kleinste im Feld und wie fast alle Nachkommen von
Oxalagu fast schwarz.
Am schnellsten auf den
Beinen war Ingenious, dahinter Auengeist, Cantano, White Lightning,
Garden Route, Koxala, Lucilectric hatte die rote Laterne welche sie
bis ins Ziel auch kaum ab gab. Das konnte mit den bisherigen
Arbeitsleistungen überhaupt nicht übereinstimmen.
In der Geraden wurde es
für Ingenious zuviel, Auengeist ging nach vorne, noch 400m,
Cantano noch immer gut dabei und dann kam außen ein ganzer Pulk
voll Räuber. Und ganz außen Garden Route, Garden Route
rollte das ganze Feld außen auf, kam immer besser auf Touren
und schnappte sich auf der Linie dieses Rennen vor Koxala, By
Friedrichstein und White Lightning.
Ein schöner Erfolg
für das Quartier von Trainer Bauermeister, welcher derzeit in
bestechender Form agiert.
Der folgende Agl.III
wurde eine Start-Ziel Angelegenheit von Garrison vor Longavi,
Eucaliptos und Alte Welt.
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Während dieses
Rennen nutzte ich die Zeit über das Gelände zu spazieren,
weitere Bekannte zu treffen, Neuigkeiten auszutauschen und erfreut
festzustellen das der Holzkohlengrill, sowie die Dougnuthsbude erneut
vertreten waren. Eine Blaskapelle spielte vor der Tribüne auf.
Auf einmal......Sächsisch in Hoppegarten? Sollte ich mich
verhört haben? Nein, tatsächlich Hilstar und OSM haben die
richtige Ausfahrt gefunden und Hoppegarten heimgesucht. Leider blieb
mir außer kurzen Gesprächen kaum Zeit, und ich hoffe
baldmöglichst das mit dem versprochenen Bier nachholen zu
können.
Ein weiteres 3jährigenRennen diesmal über 2000m mit 12 Kandidaten.
2 Starter aus Polen
deren Form man kaum einschätzen konnte. Del Sole, ein mächtiger
Brummer, der ganz relaxt seine Kreise drehte, sein Landsmann Amon ein
hüpscher großer Brauner mit großer Blesse. Predappio
gefiehl mir, Beduin Princess aus der Bravour, eine bildschöne
Stute, welche sich wohl im Transporter die Beine hinten etwas
angeschlagen hatte. Quintela mit einer auffälligen Abstammung,
von Giants Causeway – alleine wenn ich an diese Decktaxe denke
– schlug ohne Unterlass mit dem Kopf, trotz Spezialhalfter
welches ich nirgendwo so richtig einordnen konnte, mmmmh. Anna Katrin
schwitze stark, ob Saldenkönig, klein und zierlich, seiner
erfolgreichen Verwandschaft nacheifern könnte?
Er kam am schlechtesten
aus der Maschine, Quintela führte das Feld an vor Landkönigin.
Pompidu dabei.
Noch immer Quintela im
Dahlwitzer Bogen, El Corazon, Pompidu, Predappio, Anna Katrin, Del
Sole, die Gerade ist erreicht. Pompidu löst sich vom Feld,
Predappio ist zur Stelle vor My Violetta und Anna Katrin. Dann erst
Quintela, welche ein Eisen verlor, Saldenkönig, Beduin Princess,
Amon,Landkönigin, El Corazon,Za Bijana und Del Sole. Schon der 2
Tagessieg heute für Jiri Palik.
Der ehemalige Schweizer
Derbysieger im Agl.IV über 2000m
Laut Klasse müßte
der weit über dem restlichen Feld von weiteren 10 Startern
stehen, aber letztes Jahr wurde er noch als Freizeitpferd angeboten.
Dann doch wieder trainiert, obwohl es schon länger
gesundheitliche Probleme gab und er kein Klasse-B Rennen gewinnen
konnte. Moccaprinz.
Er sah gut aus, ein
großer stabiler Brauner, wie er da völlig ruhig im
Führring erschien.
Ein weiterer Hingucker
war Kalderon, langbeinig, groß, fast schwarz aus dem Quartier
von Wöhler, dazu der Jockey Pedroza, ein passendes Bild.
Dies bestätigten
auch meine Begleiterinnen, welche hier zum ersten mal eine Rennbahn
besuchten und von Potsdam anreisen. Leider wurde mir auch mal wieder
meine Meinung bezgl. Werbung bestätigt. Nirgendwo in oder
außerhalb der Stadt existierten Werbeplakate für die
Rennbahn, erst kurz vor Hoppegarten ein paar dieser häßlichen
und nichtssagenden roten Hinweisschilder. Und da wundern sich noch
Leute, das der Pferderennsport so ein Randsportdasein fristet.
Escadero kam schlecht
aus der Maschine, Bella Bora führte das Feld an, dann Kalderon,
Schybko, Monti, Red River, Moccaprince. Höhe Maschinenhaus noch
immer Bella Bora in einem dichten Feld an erster Stelle. Unverändert
die Spitze bei erreichen der Geraden. Kalderon ging nach vorne,
wieder Bella Bora, dann kam Narcotic besser auf Touren, Monti,
Moccaprince, Kalderon mit Moccaprince und wieder wurde außen
entschieden. Monti gewann vor Narcotic, All for Caroline und
Moccaprince. Dann erst Kalderon, Bella Bora, Red River, Habeto,
Schybko, Escadero und Sunday Morning.
Das Hauptereigniss, der
Hasseröder-Sprint Cup über 1000m grade Bahn. Hier waren
Spezialisten gefragt, 12 Kandidaten hatten sich eingefunden dieses
Listenrennen für sich zu entscheiden.
Eine schwierige Wahl am
Führring, Austrian gefiel mir sehr, lief jedoch noch nie auf
solch kurzer Distanz. Bodygard of Spain, propper wie immer, nur
fehlten seine üblichen Hüpfereien die man sonst vor seinen
Rennen kannte. Garleona der Gast aus Polen, eine kompakte schwarze
Stute, sah schnell aus. You never Know aus dem Quartier von Nils
Petersen, welcher hier vor Ort seine Pferde auf die norwegische
Saison vorbereitet. Key to Luck aus dem Hofer-Quartier, gefiel, wurde
auch favorisiert.
Tolle Pferde, allesamt
mit Chancen unterwegs. Eine meiner Bekannten versuchte sich das erste
mal mit einer 3er Kombi-Wette und suchte sich die Kandidaten nach dem
Namen aus.
Nicht unbedingt die
schlechteste Lösung, brachte die 3er Wette in diesem Rennen doch
eine Rekordquote von 105.836. Glücklich, wer diese Kombi
getroffen hat. Sie leider nicht, aber wurde trotzdem voll vom
Vollblutfieber infiziert. Fragte auch gleich die nächsten
Renntermine an. LOL.
Zwischenzeitlich
lichteten sich auch die Wolken und die Sonne kam etwas raus.

Bodygard of Spain kam
am besten aus der Maschine, führte das Feld vor Miss Lips,
Garleona und Al Qahira.
Höhe der
Zuschauerrails kam ein geschlossenes Feld an, Miss Lips vorne, Al
Qahira, You Never Know, Sacho kam auf, Bodygard dabei, in einem
spannenden Endkampf rasten die Pferde auf die Ziellinie –
Fotoentscheid!
Es gewann die absolute
Ausenseiterin Miss Lips vor Sacho, Al Qahira und Austrian. Dann erst
Bodygard of Spain, Koonunga Hill, Smokers Folly, König Shuffle,
welcher nach dieser Saison in die Zucht wechseln wird, Key to luck,
You Never Know, Aristaios und Garleona.
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Spannende 58,4 sek. Ein
tolles Rennen und eine strahlende Mannschaft um die Siegerin. Jiri
Palik mit einem Klasseritt.
Ein AGL IV über 2400m.
Da sicherten wir uns
rasch einen Platz direkt Höhe der Startmaschine, so was ist
immer ein imposantes Erlebniss, gerade für Rennbahnneulinge.
Lakai kreiselte schon
klatschnass vor der Maschine, der imposante Schimmel Golden Eye,
welcher sich Kondition für die Hindernisse holen soll, dagegen
Shoes and Sugar (meine Güte, wer denkst sich nur diese Namen
aus?) zwar auch Schimmel jedoch dagegen eine kleine Maus. Undenkbar
in meinen Augen.
Ordias Risk gefiel,
Stringendo in der Favoritenrolle in diesem formschwachen Feld.
Einen Start so fast
hautnah zu erleben ist schon beeindruckend. Ich wundere mich immer
wieder das die Pferde das überhaupt mitmachen. Allerdings wirkte
die Startermannschaft nicht gerade sehr routiniert und eingespielt
auf mich und trotz Anwesenheit des Trainers bereitete Kolmar einige
Schwierigkeiten.
Ein weit
auseinandergezogenes Feld ging auf die 2400m Reise mit Lakai an der
Spitze, dann Kolmar, Shibo, Ruskina, Medos, El Tiboron, Golden Eye.
Zu Beginn der Geraden steckte Lakai auf, El Tiboron übernahm die
Führung, dahinter Kolmar gut dabei und Carabas. Ordias Risk kam
immer besser in Fahrt. Shoes and Sugar in Front, Ordias Risk kam und
vorne lieferten sich beide Stuten einen heißen Kampf, welcher
per Fotoentscheid ausgewertet werden mußte. Es gewann Ordias
Risk vor Shoes and Sugar, dann Kolmar und El Tiboron. Carabas, Golden
Eye, Shibo, Ruskina, Medos, Stringendo, Lakai, welcher nun zum
Reitpferd wechselt, und Best Society komplementierten die
Entscheidung.
Dieses Rennen zeigte
mal wieder, das der Renngewinn nicht unbedingt ausschlaggebend sein
muß, wenn man die 3er-Wette richtig getroffen hatte und eine
satte Quote von 20.933:10 einstrich. Oder zumindestens auf Sieg und
Platz gespielt hatte. Warum nur hatte ich nicht auf die Ansage
gehört?
Rabaul das ehemalige
„Doppelpony“ nun in einem Agl III gegen 8 weitere
Pferde über 1600m.
Pericles, keine
Schönheit, aber sah im Führring topfit aus. Ob es für
Trainer Bauermeister heute noch einmal klappte? Nicht undenkbar.
König Turf hier in der Favoritenrolle. Leider bekam das Pferd
beim führen eine Plombe nach der anderen. Mesias, ein
interesannter Kandidat aus dem Hirschberger-Quartier. Lirope schon
klatschnass.
Ach nee, mal ganz was
Neues - Probleme an der Startmaschine. Perikles durchbrach die
Startbox, wurde jedoch rasch von Jiri Palik wieder unter Kontrolle
gebracht. König Turf wollte nicht so recht und der Vorgang zog
sich endlois lange hin. Letztendlich ging das Feld ohne König
Turf auf die Reise. Unglaublich. Leider konnte ich nicht erkennen was
nun genau los gewesen war, sah nur wie Thorsten Mundry reichlich
erbost zurückkam und kein gutes Wort über die
Startmannschaft verlor.
Mesias führte das
Feld fast Start-Ziel an, jedoch schaffte es Pericles noch 100m vor
der Linie Mesias zu stellen und seinem Reiter Jiri Palik damit den 3
Tagestreffer zu sichern. Amira wurde dritte vor Winnestern, dann
Heart and Soul, Lirope, Rabaul, und Orje.
Das letzte Rennen des
Tages ebenfalls über 1600m und wieder Probleme beim einrücken.
Das darf doch nicht war sein. Was war nur mit den Starthelfern los?
Nambi durchbrach die
Boxen und lief ohne Reiter übers Geläuf. Leider befanden
sich trotz der Durchsage das Pferd in der Geraden nicht noch
anzufeuern, wieder einige Unbelehrbare auf der Tribüne.
Im Zieleinlauf gelang
es dann jedoch der Stallmanschaft das Pferd zu stoppen und
einzufangen. Alles nochmal glimpflich abgegangen und zum Glück
keiner zu Schaden gekommen.
Es gewann Nipotina vor
Park City, Flemming, April Star, Mi Juanito, Roumixa und Cadeau
Precieux.
Protestsirene ertönte,
es wurde eine Behinderung zwischen Flemming und April Star
festgestellt und beide Pferde wurden in der Platzierung getauscht.
Alles in allem doch ein
trockener wenn auch wettermäßig nicht unbedingt toller
Renntag. Hakim wurde gesichtet genauso wie der Rennbahnfan und
bekannte Schauspieler F.Martens.
Nächster Termin
ist mit dem Hoppegartener Auktionsrennen bereits am 29.05. und mit
hoffentlich freundlicherem Wetter. Bis dahin allen Hals und Bein.
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